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Leserbrief

© Samuel / Fotolia

Erste Anzeichen: Wird mein Kind gemobbt?

Hallo, liebes Roland-Kinderrechte-Team …

An der Schule meines Sohnes kam es häufiger zu Cybermobbing. In letzter Zeit ist er sehr still und verhalten. Manchmal fühle ich mich unsicher, weil ich nicht weiß, ob meinem Sohn auch schon so was passiert ist. Wenn ich ihn frage, weicht er aus. Und bedrängen möchte ich ihn auch nicht. Ich würde gerne wissen, woran ich merken kann, ob mein Kind Opfer von Cybermobbing geworden ist oder nicht.

Renata K. (Gelsenkirchen)

 

Liebe Frau K.,

ein Cybermobbing-Fall unter Kindern geht schnell. Die meisten Schüler besitzen ein Smartphone und schießen damit schnell mal auch peinliche Fotos. Oder eine beleidigende und verleumderische Aussage macht über die WhatsApp-Gruppe die Runde. Wenn Kinder Opfer einer solchen Attacke werden, fällt es ihnen oft nicht leicht, darüber zu sprechen. Obwohl sie nichts dafürkönnen, schämen sie sich und haben innere Konflikte. Hier ein paar Hinweise, wie Sie erkennen können, ob Ihr Kind ein Ziel von klassischem Cybermobbing geworden ist.

  • Zeigt das Kind körperliche Beschwerden, wenn es zur Schule gehen soll? Kopf- oder Bauchschmerzen kommen besonders häufig vor.
  • Will es sogar überhaupt nicht mehr zur Schule gehen?
  • Ist das Kind auffallend still?
  • Schule: Lassen die schulischen Leistungen des Kindes extrem nach?
  • Antwortet das Kind auf Nachfragen nur einsilbig oder vielleicht sogar gereizt?
  • Zieht es sich immer mehr zurück? Nimmt es kaum am familiären Alltag teil?
  • Bricht das Kind auf einmal mit seinen Freunden und will nichts mehr mit ihnen zu tun haben?
  • Macht das Kind häufig einen traurigen Eindruck?
  • Ist das Kind ständig müde?
  • Kann es sich von WhatsApp und anderen Kommunikationsangeboten nicht lösen? Muss es dauernd kontrollieren, was dort debattiert wird?

Wenn Sie einige dieser Fragen mit einem Ja beantworten können, dann reagieren Sie bitte besonnen. Sprechen Sie behutsam mit Ihrem Kind. Bauen Sie keinen Druck auf und schlagen Sie nicht den großen Alarm. Bei allem Gerechtigkeitssinn: Das hilft dem Kind jetzt auch nicht. Versichern Sie Ihrem Kind, dass, wenn es Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden ist, es nichts dafür kann. Versprechen Sie ihm, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun werden, um diese Geschichte aus der Welt zu schaffen.

Ihr Roland-Kinderrechte-Team