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Was tun, wenn Handyspiele abzocken

Timo (10) liebt sein Smartphone. Er ist damit in der WhatsApp-Gruppe seiner Schule, macht Fotos und spielt damit. Sogenannte Free-to-play-Spiele haben es ihm besonders angetan. Das sind Spiele, die kostenlos sind. Angeblich. Doch in Wirklichkeit arbeiten sie mit der klassischen Anfix-Methode: Kinder bekommen in Spielen Waffen, Ländereien und Diamanten geschenkt, um mit dem internen Bezahlsystem des Games vertraut gemacht zu werden. Sobald das Zeug dann verzockt ist – und das geht schnell –, können die benötigten Gegenstände für 99 Cent schnell nachgekauft werden. Manche In-App-Käufe belaufen sich sogar auf rund 100 Euro.

Das Guthaben schmilzt 

Timo bekommt überhaupt nicht mit, wie er im Flow des Spiels einen Zusatzkauf nach dem anderen tätigt. Nur seine Gutscheinkarten von Google Play sind ständig leer. Hinzu kommt, dass einige dieser Spiele Timo einfach nicht in Ruhe lassen. Ständig schicken sie ihm Nachrichten: „Dein Dorf wurde angegriffen“ oder „Dein Clan braucht einen Anführer“. Dabei macht Timo gerade Hausaufgaben oder putzt vor dem Schlafengehen Zähne, wenn die Mitteilungen der Spiele auf dem Handy aufblinken. Das stresst und ist vollkommen unlauter. Den Spielen (bzw. Spielherstellern) geht es heute nicht mehr darum, dass Timo Spaß am Spiel hat, sondern dass er möglichst viel Geld ausgibt. Ein geniales Geschäftsmodell, manche Firmen scheffeln damit fünf Millionen Dollar am Tag.

Was kann Timo tun?

  • Zunächst einmal muss Timo durchschauen, dass da ein System dahintersteckt.
  • Timo sollte die Mitteilungen bei Spielen abschalten.
  • Timo muss sich genau überlegen, ob er wirklich Geld für In-App-Käufe ausgeben möchte. Wenn ja, wie viel.

Was können Timos Eltern tun?

  • Timos Eltern sollten Timo die Methode der Free-to-play-Spiele erklären.
  • Sie könnten In-App-Käufe deaktivieren, aber dann lernt Timo nichts. Besser wäre es, Timo zu zeigen, wie er sich ein Limit setzen kann, damit er den Verlockungen besser widersteht.
  • Timos Eltern sollten sparsam mit dem Verschenken von Gutscheinkarten sein.
  • Sie sollten zudem eine Drittanbietersperre bei Timos Handy aktivieren, so kann niemand Drittes Geld vom Handyguthaben kassieren.
  • Wenn doch mal was schiefgeht, hilft immer die örtliche Verbraucherzentrale weiter.